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Jahreshauptversammlung

Pressebericht der PNP Von Konrad Limbeck

Gute Preise, lästige Vorschriften

Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Viechtach mit Rückschau, Grußworten und Fachvortrag

Vorträge, Fachinformationen und der Holzmarktbericht standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Viechtach (WBV) am vergangenen Freitag im Gasthof Tremml in Ayrhof. Vorsitzender Josef Aichinger konnte im voll besetzten Haus neben einer Reihe von Ehrengästen auch eine unerwartet große Anzahl an Mitgliedern begrüßen.

Sein besonderer Gruß galt Landrat Ronny Raith, Kollnburgs Bürgermeister Herbert Preuß, MdL Stefan Ebner, Bezirksrat Heinrich Schmidt, dem Vorsitzenden der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Niederbayern (FVN) Georg Huber, Staatsminister a. D. Helmut Brunner, Forstrat Christoph Salzmann vom AELF Regen, Ehrenvorsitzenden Josef Kopp mit Ehrenmitglied Walter Fischer sowie dem Forstlichen Koordinator Thomas Kapfhammer.

Nach einer Gedenkminute für verstorbene Mitglieder gab der Vorsitzende einen umfangreichen Rückblick zu den Veranstaltungen der WBV im abgelaufenen Jahr. Aichinger verwies dabei auf die Neuanschaffung eines Lkw und eine positive Entwicklung am Holzmarkt. Er dankte den Mitarbeitern.

Geschäftsführer Christian Hofherr berichtete von gestiegenen Mitgliederzahlen und umfangreichen Leistungen für die Waldbesitzer. Die vermarktete Holzmenge lag 2025 auf hohem Niveau. Bei seiner Gewinn- und Verlustrechnung 2025 wies der Geschäftsführer 6 646 235,16 Euro Einnahmen und 6 622 774,60 Euro Ausgaben aus, wobei der Holzein- und Holzverkauf einschließlich Transportkosten die größten Beträge ausmacht. Auch zu der zum 31. Dezember 2025 verkündeten Bilanz mit einem ausgeglichenen Abschluss von 1 647 528,78 Euro gab es keine Rückfragen. Im Haushaltsvoranschlag für das Jahr 2026 sind 7,03 Millionen an Einnahmen und sieben Millionen an Ausgaben vorgesehen. Auch hier stellen der Holzein- und Holzverkauf einschließlich der Transportkosten mit rund 6,4 Millionen den größten Posten.

Von den Kassenprüfern Klaus Achatz und Siegfried Fischer wurde die Kasse wegen der Vielzahl von Buchungen stichpunktartig geprüft, was aber zu keinerlei Beanstandungen führte, sodass der Versammlung die Entlastung vorgeschlagen wurde und dann auch ohne Gegenstimme erfolgte. Auch der Haushaltsvoranschlag wurde einstimmig angenommen.

Mistel wird zunehmend zum Problem

Forstrat Christoph Salzmann informierte über die zunehmende Verbreitung der Mistel und deren Schäden, insbesondere bei geschwächten Bäumen. Durch einen Mistelbefall, der meist durch Vogelkot übertragen wird, entsteht für den Waldbesitzer fast immer ein Wertverlust, erklärte der Forstrat und verwies auf unterschiedliche Schäden bei Einzel- und Flächenbefall von Misteln oder durch den Borkenkäfer.

Bei einem kurzen Grußwort dankte Kollnburgs Bürgermeister Herbert Preuß den Anwesenden für die Festlegung der WBV-Versammlung in seine Gemeinde. Mit den Waldbauern teile er seine Freude, dass Holz wieder mehr kostet. Dies solle auch so bleiben.

„Respekt, was die WBV leistet“, sagte Landrat Ronny Raith und wünschte den Waldbesitzern, dass gerade jetzt, wo die Ölpreise so hoch sind, auch die guten Holzpreise bleiben. „Wir im Landkreis hoffen auch dass der Waldbaubestand mit Unterstützung der WBV als wertvoller Unterstützer so bleibt. Wir wollen, dass das Produkt Holz, und hier im Besonderen die Hackschnitzel, in der Region verbleibt“, meinte der Landrat und erinnerte an die Unterstützung auf Landkreisebene.

„Die WBV ist für die Waldbesitzer eine wertvolle Vereinigung“, meinte MdL Stefan Ebner und gratulierte der Geschäftsführung zu den Jahresberichten. Dabei verwies er auch auf die von der Landesregierung und vom Bayerischen Landtag ausgehende Waldförderung und Berufsausbildung durch die Waldbauernschule im Bereich der Stadt Kelheim. „Die neuen EU-Vorgaben sind für unsere Waldbesitzer keinesfalls zufriedenstellend, deshalb hat Bayern bereits auch entsprechende Veränderungen in die Wege geleitet“, versicherte der Abgeordnete abschließend.

Mit einem Dank für die gute Zusammenarbeit schloss sich der Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Niederbayern (FVN) Georg Huber den Grußworten seiner Vorredner an. Er sprach sich gegen zunehmende Bürokratie aus und rief dazu auf, die aktuell guten Holzpreise zu nutzen.

Zu den Themen neue Baumarten, neue Herkünfte und neuer Waldbau sowie zu veränderten Klimaverhältnissen, Temperaturen und Niederschlagsmengen referierte ausführlich Johann Geiger, Waldbautrainer an der LWF Freising. Er stellte in einer übersichtlichen Grafik die Jahresdurchschnittstemperaturen seit über 100 Jahren dar und erklärte, dass sich auch bei den Niederschlägen viel geändert hat. Großflächige Satellitenbilder zeugen von riesigen Kahlflächen, deren Aufforstung wegen starken Grasanwuchses kaum noch möglich sei. „Aufforstungen werden nur noch aus der Not getätigt“, sagte Geiger und zeigte Aufzeichnungen von Anbaurisiken der Fichte.

Neue Baumarten im Fokus

Bei unterschiedlichen Bodenverhältnissen haben Wasserspeicher einen wesentlichen Anteil bei der Aufforstung. Für den richtigen Waldbau garantieren stabile Wurzeln und die richtige Zeitaufwendung bei der Aufforstung für einen guten Anwuchs, meinte er und ging dabei auf das Anbaurisiko der Stieleiche ein. In letzter Zeit habe sich wegen des schnellen Wachstums und des wertvollen Nutzholzes auch der Anbau der Kastanie bewährt.

Weiter erläuterte Geiger die Vor- und Nachteile des Waldbaus mit ungarischer Eiche (Balkan-Eiche) oder der Bornmüllertanne, die eine Ähnlichkeit mit unserer heimischen Tanne hat. Mit einer Bilddarstellung ging der Waldbautrainer auf die wegen ihres wertvollen Holzes beliebte, aber auch vom Aussterben bedrohte Baumhasel ein und verwies auf weitere neue Baumarten und Herkünfte, die auch für einen neuen Waldbau möglich sein können und zum Teil gut gefördert werden.

Die Douglasie sei nicht unbedingt zu empfehlen, weil sie eine der empfindlichsten Baumarten ist, meinte Geiger und erinnerte abschließend die Waldbauern, dass man für eine Walderneuerung und für die Waldpflege auch die Unterstützung der Jägerschaft brauche und durch einen persönlichen Eingriff beim Jungbestand auch einen wertvollen Waldbestand bekomme. Auf Nachfrage von Waldbesitzern wurde auch ein Waldbau durch Rotahorn und Lärche eingehend diskutiert und von Johann Geiger hinreichend beantwortet.

Quelle: Gute Preise, lästige Vorschriften

 

Bei der Jahreshauptversammlung der WBV: MdL Stefan Ebner (v.l.), Bürgermeister Herbert Preuß, FVN-Vorsitzender Georg Huber, 2. WBV-Vorstand Markus Fischer , Staatsminister a. D. Helmut Brunner, WBV-Geschäftsführer Christian Hofherr, Waldbautrainer Johann Geiger, 1. WBV-Vorsitzender Josef Aichinger, Forstrat Christoph Salzmann, Stellvertretender WBV-Vorstand Josef Stiglbauer und Landrat Ronny Raith. − Foto: Konrad Limbeck

 

 

 

 

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