Winterversammlungen WBV Viechtach und AELF Regen
Aktuelle Informationen für alle Waldbesitzer – Aktueller Holzmarkt
Zum Beginn der Wintereinschlagsaison organisiert die Waldbesitzervereinigung (WBV) Viechtach in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regen wieder Informationsveranstaltungen zum Thema Wald und Holz.
Nach der Begrüßung durch ein Vorstandsmitglied der WBV finden Vorträge zu folgenden Themen statt:
Ein Vertreter des WBV-Teams gibt einen Rückblick auf das vergangene Einschlagsjahr und informiert über die laufende Holzvermarktung, die derzeitige Holzmarktlage und über die aktuelle Aufarbeitungssaison. Dabei werden aktuell gefragte Sortimente und Aushaltungskriterien mit den dazugehörigen neuen Preisen erörtert. Aufgrund der aktuellen Ungewissheit vieler Waldbesitzer zur EUDR (EU-Verordnung über Entwaldungsfreie Produkte) möchte die WBV auf den aktuellen Stand eingehen und Fragen soweit möglich klären. Auch in der RVWV (Rahmenvereinbarung zur Werksvermessung) hat es Änderungen gegeben, die auf der Versammlung erläutert werden.
Der Bereichsleiter Forsten Christoph Salzmann gibt Auskunft über aktuelle Themen aus dem AELF Regen.
Die jeweils zuständigen Förster Tobias Dendl, Joschija Späthe und Thomas Kapfhammer werden einen Einblick aus dem jeweiligen Forstrevier geben.
Die WBV und das AELF laden alle Mitglieder und interessierte Waldbesitzer zu folgenden Terminen ein:
Revier Arnbruck: Montag, 26. Oktober 2026, Adam Bräu Bodenmais, Bahnhofstraße 49, 94249 Bodenmais
Revier Kollnburg: Donnerstag, 29. Oktober 2026, Landgasthof Ayrhof, Ayrhof 1, 94262 Kollnburg
Revier Achslach: Dienstag, 3. November 2026, Gasthof zur Post, Am Kirchpl. 1, 94250 Achslach
Beginn der Veranstaltungen ist jeweils um 19:30 Uhr. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten.
Zusätzlich zu den Winterversammlungen veranstalten WBV und AELF in jedem Forstrevier eine Exkursion in den Wald. Gerne können alle drei Waldexkursionen besucht werden.
Termin 1: Revier Kollnburg: Freitag, 06. November 2026 14:00 Uhr
Treffpunkt: Haiderhof 2, 94262 Kollnburg
Thema: Wegepflege und finanzielle Fördermöglichkeiten der Naturverjüngung
Karte: https://v.bayern.de/3R8H9

Termin 2: Revier Achslach: Freitag, 13. November 2026 14:00 Uhr
Treffpunkt: Beginn der Forststraße zwischen Furth/Triefenried und Habischried
Thema: Finanzielle Naturverjüngungsförderung durch Ergänzungspflanzung von Laubholz
Karte: https://v.bayern.de/2p6SS

Termin 3: Revier Arnbruck: Freitag, 20. November 2026 14:00 Uhr
Treffpunkt: Einfahrt Radweg zwischen Hotel Hammerhof und Sternhammer, Bodenmais
Thema: Jungbestandspflege (Standraumregulierung, Pflegeschnitt, Wertastung) bei einer gepflanzten Erstaufforstung und finanzielle Fördermöglichkeiten
Karte: https://v.bayern.de/srfmD

Baumbeurteilung - erst umdenken, dann umlegen

Wer mit der Motorsäge Bäume fällt, trifft Entscheidungen mit unmittelbaren Folgen. Denn jeder Baum ist anders: Wuchsform, Krone, Äste, Stammverlauf, Gesundheitszustand und Umgebung bestimmen, wie sicher eine Fällung ausgeführt werden kann.
Deshalb ist die Baumbeurteilung keine Nebensache, sondern die wichtigste Maßnahme vor Beginn der Fällarbeiten. Sie ist die Gefährdungsbeurteilung von Motorsägenführenden. Was dabei nicht erkannt wird, erhöht das Unfallrisiko.
Baum von allen Seiten beurteilen
Vor der Fällung muss der Baum möglichst vollständig angesprochen werden. Ein kurzer Blick vom Arbeitsstandort reicht dabei nicht aus. Stammverlauf, Krone und Umfeld können je nach Blickrichtung unterschiedlich wirken. Besonders bei Laubbäumen sind Schwerpunktlage, Zwiesel, Starkäste oder Totholz nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Deshalb gilt: Abstand nehmen, den Baum möglichst von allen Seiten betrachten und die Fällrichtung erst festlegen, wenn die entscheidenden Merkmale beurteilt wurden. Zu den bewährten Baummerkmalen zählen:
- Baumhöhe
- Baumkrone und Äste
- Stammverlauf
- Gesundheitszustand
- Stammdurchmesser
- Nachbarbäume und Umgebung
Auch die Baumart muss bekannt sein, denn Holzeigenschaften, Fäuleanfälligkeit und das Risiko des Aufreißens unterscheiden sich deutlich.
Baumhöhe bestimmt den Fallbereich
Die Baumhöhe ist eines der wichtigsten Merkmale. Sie muss vor Beginn der Fällarbeiten bekannt sein, damit der Fallbereich festgelegt werden kann. Als Richtwert gilt: Der abzusichernde Fallbereich beträgt die doppelte Baumlänge. Nur mit einer realistischen Einschätzung der Baumhöhe lassen sich Sicherheitsabstände zu Kolleginnen und Kollegen, Stromleitungen, Gebäuden oder Maschinen bestimmen.
Eine einfache Methode ist die sogenannte Stockpeilung. Dabei wird ein gerader Stock mit ausgestrecktem Arm senkrecht gehalten. Durch Veränderung des Standortes werden Stockspitze, Baumwipfel und Stammfuß in Deckung gebracht. Anschließend sind wegen der Augenhöhe noch einige Schritte nach hinten einzuplanen. Die Entfernung zum Baum entspricht dann ungefähr der einfachen Baumlänge.
Krone, Äste und Schwerpunkt richtig einschätzen
Die Krone beeinflusst maßgeblich die Schwerpunktlage des Baumes. Bei Nadelbäumen mit einstämmiger Wachstumsform und regelmäßigen Astquirlen ist die Einschätzung oft einfacher. Bei Laubbäumen dagegen ist die Krone sehr variabel. Im belaubten Zustand können Totholz und Schwerpunktlage schwer zu erkennen sein; zugleich lässt sich die Vitalität dann besonders gut beurteilen. Absterbende Laubbäume sollten deshalb im Laub erkannt und markiert werden, damit sie später im laublosen Zustand wiedergefunden werden.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Äste und Astkontakte zu Nachbarbäumen. Greifen Kronen ineinander, kann der Baum hängen bleiben. Ausladende Äste können beim Fallen zurückschleudern oder Baumteile der Nachbarbäume lösen. Bei ausgeprägtem Kronentotholz ist erschütterungsarm zu arbeiten, weil herabfallende Äste eine erhebliche Gefahr darstellen.
Stammverlauf zeigt Spannung und Fällverhalten
Der Stammverlauf gibt wichtige Hinweise darauf, ob ein Baum als Vorhänger, Seithänger oder Rückhänger einzuschätzen ist. Er ist gemeinsam mit der Kronenausprägung entscheidend für die Schwerpunktlage. Risse, Beschädigungen oder Veränderungen am Stamm müssen vor der Fällung erkannt werden. Ebenso wichtig ist die Wahl der Rückweiche und des Rückweichplatzes.
Ist die Schwerpunktlage unklar oder spricht sie gegen eine sichere motormanuelle Fällung, können andere Arbeitsverfahren erforderlich sein, etwa eine seilwindenunterstützte Fällung. Die Baumbeurteilung entscheidet somit auch darüber, welche Technik und welche Arbeitsmittel einzusetzen sind.
Gesundheitszustand: Fäule und verminderte Standfestigkeit erkennen
Der Gesundheitszustand beeinflusst unmittelbar, wie der Baum geschnitten werden darf. Schäden am Stammfuß, Rindenschäden, offengelegtes Holz, Fruchtkörper von Pilzen, Schleimfluss oder auffällige Wuchsformen können Hinweise auf Fäule sein. Bei Fichte kann ein flaschen- oder glockenartiges Erdstammstück auf Rotfäule hindeuten. Bei Eschen ist das Eschentriebsterben besonders kritisch, weil es mit verminderter Standfestigkeit sowie abgestorbenen, brüchigen Ästen einhergehen kann.
Ist Fäule erkennbar, dürfen Wurzelanläufe nicht seitlich beigearbeitet werden, weil dadurch möglicherweise das verbliebene tragfähige Holz geschwächt wird. Gegebenenfalls sind die Schnitte höher anzulegen. Ein senkrechter Prüfschnitt am Stammfuß kann vor Beginn der eigentlichen Schnittführung Hinweise auf den Zustand im Stamminneren geben.
Werkzeug und Schnittanlage an den Stammdurchmesser anpassen
Der Stammdurchmesser bestimmt die Auswahl der Motorsäge, die Schienenlänge, das Hauungswerkzeug und die Fällhilfe. Auch die Maße der Schnittanlage – Fallkerb, Bruchleiste und Bruchstufe – müssen zum Durchmesser passen. Ungeeignetes oder zu schwach dimensioniertes Werkzeug erhöht die Belastung und kann zu unsicheren Arbeitssituationen führen.
Umgebung nicht vergessen
Eine sichere Fällung endet nicht am Stammfuß. Vor Beginn der Arbeit ist auch das Umfeld zu beurteilen: Kontakt zu Nachbarbäumen, Hindernisse in Fällrichtung, stehendes Totholz, Geländeform, Wege, Gebäude, Maschinen und Personen. Der fallende Baum kann Nachbarbäume mitreißen, Hindernisse hochschleudern oder durch Erschütterung Schadholz lösen. Deshalb gehört die Beurteilung der geplanten Fällrichtung und des gesamten Umfeldes immer zur Baumbeurteilung.
Fazit
Eine fachkundige Baumbeurteilung ist der Schlüssel zu sicherer Waldarbeit. Sie klärt, ob und wie ein Baum gefällt werden kann, welche Arbeitsmethode geeignet ist und welche Gefährdungen für Beschäftigte und Umfeld bestehen. Wer Baumhöhe, Krone, Äste, Stammverlauf, Gesundheitszustand, Stammdurchmesser und Umgebung sorgfältig beurteilt, reduziert Unfallrisiken deutlich. Die wichtigste Regel lautet deshalb: Erst beurteilen, dann fällen.
Klaus Klugmann
SVLFG
Interessanter Vortrag: "Neue Baumarten-Neue Herkünfte-Neuer Waldbau"
Einen sehr informativen Vortrag erhielten heuer alle Anwesenden an der Jahreshauptversammlung der WBV am Ayrhof. Johann Geiger, Waldbautrainer an der LWF Freising referierte über die Anbaurisiken unserer heimischen Baumarten und zeigte neue Baumarten auf, die in unseren Bereichen gut verwendet werden können. Anhand der Anbaurisiko Karten, die durch Rückschlüsse von Standort, des Bodenwasserspeichers und verschiedener Klimamodelle die Anbaugefährdung unserer Haupt-Baumarten aufzeigen, legte er da welche Arten an Fläche gewinnen werden.
Die Fichte, wie ohnehin bekannt, wird an Fläche verlieren. Sie wird je nach Klimamodell bis in die mittleren Lagen nur noch als Mischbaumart mit eher geringem Anteil mithalten können. Von unseren heimischen Baumarten werden vor allem die Steileiche, die Buche und die Weißtanne in Zukunft eine größere Rolle spielen. Als Alternative zur Weißtanne, die auf Trockenheit sehr empfindlich reagieren kann, stellte er die Bornmüller Tanne vor. Weitere Alternativen zu den Nadelbäumen sind die Atlas- und die Libanonzeder. Im Bericht LWF aktuell 155, wird ausführlich über diese Baumarten und zusätzlich zur Douglasie berichtet.
Jugendentwicklung von alternativen Nadelbaumarten in der Kulturphase
Durch die Temperaturerhöhung wird bei den Laubbaumarten vor allem die Stieleiche profitieren, sie wird dadurch auch in höheren Lagen vorkommen können. Die Buche zeigt im Bayerischen Wald, im Gegensatz zum Franken, nach den Klimamodellen kein erhöhtes Anbaurisiko auf. Als sehr wüchsige Alternativen auf Freiflächen, die mit den Standortbedingungen im Bayerischen Wald sehr gut zurechtkommen und gute Holzeigenschaften aufweisen, stellte der Waldbautrainer die Edelkastanie und die Baumhasel vor.
Multitalent Edelkastanie – Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Pfälzerwald – LWF Wissen 81
Wichtig betonte Geiger auch, ist beim Bezug der Forstpflanzen auf die richtigen Herkünfte zu achten. Auch bei den fremdländischen Baumarten sollten die Waldbesitzer auf die Herkunfts- und Verwendungsempfehlungen der AWG (Bayerisches Amt für Waldgenetik) zurückgreifen und beim Bezug des Pflanzmaterials auf bewährte Baumschulen setzen.
Waldbauliche Förderung – Waldförderprogramm 2025 (WALDFÖPR 2025)

* Seltene Baumarten: Bergulme, Burgenahorn (französ. Ahorn), Edelkastanie, Eibe, Elsbeere, Feldahorn, Flatterulme, Flaumeiche, Schwarzpappel, Speierling, Stechpalme, Walnuss, Wildapfel und Wildbirne. Gleicher Fördersatz für nichtheimische (alternative) Baumarten.
Der Grundfördersatz vor allem im Bereich der Kulturbegründung und Pflanzung ist, um somit auch die einhergehende Kulturpflege mit abdecken zu können, wesentlich erhöht worden. Auch die Fördersätze im Bereich der Naturverjüngung und in der Bestandspflege wurden angehoben.
Neben den aktuell lukrativen Holzpreisen machen auch die neuen Förderbedingungen einen Holzeinschlag mit einer nachgehenden Förderung einer Pflanzung oder Naturverjüngung sehr interessant.
Wir weisen darauf hin, dass dies nur ein Teil der aktuellen Fördermöglichkeiten ist. Über die genauen Förderbedingungen und die unterschiedlichen Förderprogramme können Sie sich auf der Website des Ministeriums unter:
www.waldbesitzer-portal.bayern.de/unser_angebot/waldbauliche-foerderung/index.html
noch weiter informieren oder Sie wenden sich an Ihre*n zuständige*n Revierförster*in, diese*n können sie ganz einfach im Waldbesitzerportal über den Försterfinder ausfindig machen
(www.waldbesitzer-portal.bayern.de/service/foersterfinder/index.html).
Förderanträge im iBALIS - Waldförderportal stellen
Grundlegender Förderablauf
1. Kontaktaufnahme mit Ihrem zuständigen Revierleiter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) -> Beratung im Wald
2. Zugangsdaten (Betriebsnummer und PIN), falls noch nicht vorhanden, für iBALIS – Waldförderportal beantragen bzw. anfordern (siehe unten) oder Neuregistrierung über iBALIS Online-Hilfe: Neu-Registrierung, Anmeldung und Zugangsdaten
3. Nach Erhalt der Zugangsdaten im iBALIS anmelden und Förderantrag erfassen: Zur Antragstellung | iBALIS
4. Erstellung des Fachplans vom Revierleiter
5. Bestätigung des Fachplans und Antragstellung vom Waldbesitzer
6. Bewilligung
7. Umsetzung der Maßnahme
8. Anzeige der Fertigstellung
9. Abnahme
10. Auszahlung des Förderbetrags
Neu-Registrierung
Sie haben noch keine Zugangsdaten für iBALIS? In drei Schritten gelangen Sie zu Ihrer Online-Antragstellung.
1. Ihre Betriebsnummer
Für die Anmeldung in dem Serviceportal iBALIS benötigen Sie eine Betriebsnummer. Diese können Sie bei Ihrem zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) mit dem Formular "Antrag auf Zuteilung einer Betriebsnummer" beantragen. Bitte beachten Sie, dass Sie sich hierfür ausweisen müssen, z. B. mit einer Kopie Ihres Personalausweises.
- Förderwegweiser - Antrag auf Zuteilung einer Betriebsnummer

- Förderwegweiser - Mitteilung zu Wechsel des/der Betriebsinhabers/-in oder Änderungen bei Adressdaten/Tierhaltung

- Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF)

2. Ihre PIN (Passwort)
Neben der Betriebsnummer benötigen Sie auch eine PIN (Passwort) für iBALIS. Diese können Sie beim Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e.V. (LKV) telefonisch, schriftlich oder per E-Mail anfordern.
Ihre erste PIN wird Ihnen immer per Post an die von Ihnen beim AELF hinterlegte Postanschrift gesendet. Dies dauert in der Regel zwei bis drei Werktage.
3. Ihre Anmeldung
Mit Ihrer neuen Betriebsnummer und PIN können Sie sich nun bei iBALIS anmelden und dort Ihre Förderanträge online erfassen, bearbeiten und absenden.
Sollten Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Revierförster vom AELF.
iBALIS Benutzerhilfe:
iBALIS Online-Hilfe: Einstieg/Anmeldung
Nutzerhandbuch für Antragsteller:
Nutzerhandbuch Waldförderportal für Antragsteller
Nutzerhandbuch Waldförderportal für Antragsteller - Bevollmächtigung erteilen
Weitere Informationen finden Sie auch auf der Seite des Bayerischen Staatsministerium mit einem Erklärvideo zum Waldförderportal




